Sacro-Oscipital Technik

Becken, Wirbelsäule und Schädel im Zusammenhang

Die Sacro-Occipital-Technik (SOT)

Die Sacro-Occipital-Technik ist ein chiropraktisches Untersuchung- und Behandlungskonzept, das in den 1930er-Jahren von Major Bertrand DeJarnette entwickelt wurde.

Im Mittelpunkt stehen funktionelle Zusammenhänge zwischen Becken, Wirbelsäule und Schädel. Je nach Untersuchung können Lagerungen mit speziellen Beckenblöcken, sanfte manuelle Kontakte oder gezielte chiropraktische Impulse eingesetzt werden.

Hauptmerkmale der SOT

Die SOT verbindet funktionelle Tests mit unterschiedlichen manuellen und lagerungsbezogenen Behandlungstechniken.

Zusammenhängende Betrachtung

Becken, Wirbelsäule, Rippen, Muskulatur und Schädelregion werden nicht vollständig getrennt betrachtet. Einschränkungen eines Bereichs können Bewegungsmuster in anderen Regionen beeinflussen.

Beckenblöcke als Hilfsmittel

Keilförmige Blöcke können unter dem Becken positioniert werden. Körpergewicht und Lagerung erzeugen dabei eine sanfte, länger anhaltende Belastung ohne schnellen manuellen Impuls.

Unterschiedliche Techniken

Je nach Befund können Lagerung, Mobilisation, Muskeltechniken, sanfte Kontakte oder gezielte chiropraktische Impulse miteinander kombiniert werden.

Untersuchung vor Behandlung

Anamnese, Beweglichkeit, Muskelspannung, Provokationstests und vorhandene medizinische Befunde werden gemeinsam berücksichtigt. Einzelne SOT-Tests sind nicht allein beweisend.

Die drei SOT-Kategorien

Die Kategorien dienen innerhalb der Sacro-Occipital-Technik als Orientierung für Untersuchung, Lagerung und Auswahl der Behandlung. Sie beschreiben keine gesicherten Krankheitsursachen.

Kategorie I

Funktionelle Spannungsmuster

Diese Kategorie wird innerhalb der SOT mit Spannungs- und Bewegungsmustern zwischen Becken, Wirbelsäule und Schädelregion verbunden. Häufig stehen sanfte Lagerungs- und Kontakttechniken im Vordergrund.

Kategorie II

Becken und Iliosakralregion

Hier richtet sich die Aufmerksamkeit besonders auf funktionelle Beschwerden und Belastungsmuster im Becken- und Iliosakralbereich. Beckenblöcke können zur angepassten Lagerung eingesetzt werden.

Kategorie III

Beschwerden im unteren Rücken

Diese Kategorie wird innerhalb der SOT bei ausgeprägteren Beschwerden im unteren Rücken verwendet. Bandscheibenvorfälle oder Nervenkompressionen können damit jedoch nicht sicher diagnostiziert werden und benötigen bei Verdacht eine medizinische Abklärung.

Fachliche Einordnung der Kategorien

Die SOT-Kategorien sind Teil eines chiropraktischen Techniksystems. Die Zuverlässigkeit und diagnostische Aussagekraft einzelner technikspezifischer Tests ist wissenschaftlich nur begrenzt untersucht.

Deshalb werden die Kategorien in der Praxis nicht isoliert verwendet, sondern mit Anamnese, klinischer Untersuchung, Warnzeichen und vorhandenen medizinischen Befunden abgeglichen.

So läuft eine SOT-Behandlung ab

  1. Anamnese Beschwerden, Verlauf, Vorerkrankungen und mögliche Warnzeichen werden besprochen.
  2. Funktionell untersuchen Becken, Wirbelsäule, Haltung, Beweglichkeit und Muskelspannung werden geprüft.
  3. Befund einordnen Die Untersuchung wird mit vorhandenen Arzt-, MRT- oder Röntgenbefunden zusammengeführt.
  4. Technik auswählen Je nach Befund werden Lagerung, Beckenblöcke, sanfte Kontakte oder andere chiropraktische Techniken ausgewählt.
  5. Nachkontrollieren Beweglichkeit, Beschwerden und Verträglichkeit werden erneut geprüft und das weitere Vorgehen besprochen.

Mögliche Einsatzbereiche

SOT kann bei funktionellen Beschwerden des Bewegungsapparates als eine von mehreren chiropraktischen Vorgehensweisen eingesetzt werden.

  • funktionelle Beschwerden im Bereich von Becken und Iliosakralgelenken
  • Rückenbeschwerden und eingeschränkte Rumpfbeweglichkeit
  • muskuläre Spannungsmuster zwischen Becken und Wirbelsäule
  • wenn eine ruhige Lagerung mit geringeren Impulskräften bevorzugt wird
  • als Teil eines individuell abgestimmten Behandlungskonzepts
Medizinischer Hinweis

Die Sacro-Occipital-Technik kann keine allgemeine Verbesserung des Nervensystems, der Organfunktion, des Liquorflusses oder der Selbstheilung garantieren. Sie ersetzt weder notwendige Bewegung noch ärztliche Diagnostik oder die Behandlung innerer, neurologischer und struktureller Erkrankungen.

Bei akuten Verletzungen, Fieber, plötzlich auftretenden starken Schmerzen, Lähmungserscheinungen, deutlichen Gefühlsstörungen, Kontrollverlust über Blase oder Darm sowie nach schweren Unfällen ist zunächst eine ärztliche beziehungsweise notfallmedizinische Abklärung erforderlich.

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