Was ist Chiropraktik?

Amerikanische Chiropraktik

Chiropraktik verständlich erklärt

Chiropraktik ist eine manuelle Behandlungsmethode, die sich insbesondere mit der Funktion der Wirbelsäule, des Bewegungsapparates und des Nervensystems beschäftigt.

Im Mittelpunkt steht die Frage, ob Einschränkungen in der Beweglichkeit oder Funktion der Wirbelsäule den Körper zusätzlich belasten. Solche Funktionsstörungen werden gezielt untersucht und – wenn es der Befund erlaubt – mit präzisen chiropraktischen Impulsen behandelt.

Die drei Grundprinzipien

Der chiropraktische Ansatz verbindet die Untersuchung körperlicher Funktionen mit handwerklicher Präzision und einer ganzheitlichen Betrachtung des Menschen.

Wissenschaft

Die Untersuchung beschäftigt sich mit dem Zusammenspiel von Wirbelsäule, Bewegungsabläufen, Muskulatur und Nervensystem. Dabei werden Haltung, Beweglichkeit, Körperspannung und neurologische Reaktionen in die Beurteilung einbezogen.

Kunst

Die praktische Kunst der Chiropraktik besteht darin, relevante Funktionsstörungen zu erkennen und einen gezielten, individuell dosierten Impuls an der passenden Stelle anzuwenden.

Philosophie

Der Körper wird nicht nur anhand einzelner Beschwerden betrachtet. Im Mittelpunkt steht das Ziel, Beweglichkeit, Regulation und körperliche Anpassungsfähigkeit möglichst gut zu unterstützen.

Das Nervensystem verbindet den gesamten Körper

Gehirn, Rückenmark und periphere Nerven bilden ein eng verbundenes Informationssystem. Über dieses System werden Bewegungen, Wahrnehmungen und zahlreiche unbewusst ablaufende Körperfunktionen koordiniert.

Deshalb betrachtet die Chiropraktik die Wirbelsäule nicht nur als mechanisches Gerüst. Ihre Beweglichkeit, die umgebende Muskulatur und die dort verlaufenden Nervenstrukturen stehen in enger funktioneller Beziehung zueinander.

Zu den Körpersystemen, die durch das Nervensystem gesteuert oder mitkoordiniert werden, gehören:

  • Herz-Kreislauf-System
  • Atmungssystem
  • Nervensystem
  • Verdauungssystem
  • Urogenitalsystem
  • Endokrines System Hormonsystem
  • Blut und blutbildende Organe
  • Immunsystem
  • Lymphatisches System
  • Bewegungsapparat Skelett, Gelenke und Muskulatur
  • Sinnesorgane
  • Haut und Hautanhangsgebilde

Chiropraktik soll den Körper nicht „heilen“, sondern durch die Behandlung funktioneller Einschränkungen dabei unterstützen, Bewegungen und körperliche Abläufe möglichst gut zu organisieren.

Was geschieht bei einer chiropraktischen Justierung?

Eine Justierung ist ein gezielter manueller Impuls. Sie erfolgt erst nach einer individuellen Untersuchung und wird an Alter, Körperbau, Beschwerden und körperliche Voraussetzungen angepasst.

  1. Untersuchen Beweglichkeit, Haltung, Muskelspannung und relevante Funktionszusammenhänge werden überprüft.
  2. Einordnen Die Untersuchungsergebnisse werden mit deinen Beschwerden und deiner gesundheitlichen Vorgeschichte abgeglichen.
  3. Gezielt justieren Wenn keine Gegenanzeigen bestehen, wird ein präziser und individuell dosierter Impuls gesetzt.

Der individuelle „Lichtschalter“

Bildlich lässt sich die Chiropraktik mit einem dunklen Raum vergleichen: Bevor wahllos im Raum gesucht wird, gilt es zunächst, den passenden Lichtschalter zu finden.

In der chiropraktischen Behandlung bedeutet das, nicht einfach irgendeine schmerzhafte Stelle zu behandeln. Zuerst wird untersucht, welche Funktionsstörung für das aktuelle Beschwerdebild oder die eingeschränkte Beweglichkeit besonders relevant sein könnte.

Hintergründe des chiropraktischen Ansatzes

Das Gehirn steht über das Rückenmark und die peripheren Nerven fortlaufend mit dem gesamten Körper in Verbindung. Gleichzeitig erhält es ständig Informationen aus Gelenken, Muskeln, Haut und inneren Strukturen.

Einschränkungen der Gelenkbeweglichkeit, anhaltende Muskelspannung oder ungünstige Bewegungsmuster können diese körperliche Informationsverarbeitung beeinflussen. Mögliche Folgen sind unter anderem Schmerzen, Steifigkeit, Schonhaltungen oder eine verminderte Belastbarkeit.

In der Chiropraktik wird in diesem Zusammenhang häufig der Begriff Subluxation verwendet. Gemeint ist damit eine funktionelle Störung im Bereich eines Gelenks oder Wirbelsäulenabschnitts. Dabei geht es nicht automatisch um einen vollständig „ausgerenkten“ oder dauerhaft verschobenen Wirbel.

Ziel der Behandlung ist es, solche funktionellen Einschränkungen möglichst präzise zu erkennen und die Beweglichkeit beziehungsweise körperliche Regulation durch einen geeigneten manuellen Impuls zu unterstützen.

Für wen kann Chiropraktik infrage kommen?

Chiropraktische Behandlungen können grundsätzlich in unterschiedlichen Lebensphasen eingesetzt werden. Die Auswahl der Technik und die Stärke des Impulses müssen dabei immer an die individuelle Situation angepasst werden.

Bei Säuglingen, Kindern, Schwangeren, älteren Menschen oder Personen mit Vorerkrankungen kommen besonders sanfte und entsprechend angepasste Untersuchungsschritte und Behandlungstechniken zum Einsatz.

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